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Gedankenspiele

Jedes Geschöpf verdient Freiheit und das Recht auf Unversehrtheit

Wenn man der Evolutionstheorie glauben schenken darf, so waren die tierischen Geschöpfe zuerst da und der Mensch hat sich aus ihnen heraus entwickelt. Dadurch stünden wir im Prinzip auf derselben Stufe und würden auch der Gattung Tier angehören. Biologisch gesehen tun wir das, wir sind Säugetiere. Wikepedia schreibt auch:

“Obwohl der Mensch biologisch betrachtet ein Tier ist, wird ihm landläufig (z. B. auch im juristischen Kontext) eine Sonderrolle zugestanden, und der Begriff der Tiere eingeschränkt auf „Tiere mit Ausnahme des Menschen“.”

Die Gattung Mensch betrachtet sich als oberstes Geschöpf mit der höchsten Intelligenz und alles andere als weniger wichtig. Wenn ich mir anschaue, wie der Mensch mit seinem Heimatplaneten und dessen Geschöpfen umgeht, kann ich da nicht viel Intelligenz erkennen. Der Mensch sägt buchstäblich den Ast ab, auf dem er selber sitzt.

Machet euch die Erde untertan

In der Bibel Kapitel 1 – 1. Mose steht geschrieben “Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, was auf Erden kriecht!”

Und das tut er. Der Mensch plündert und verschwendet die Ressourcen der Erde teilweise ohne Sinn und Verstand. Er hinterlässt immer mehr schmutzige Fussabdrücke, zerstört Lebensräume, vergiftet Nahrung und Grundwasser. Und er missbraucht, die, die sich nicht wehren können, für seine Zwecke. Dabei ist der Zweck immer nur das Kapital, der Profit. Tiere wurden zu Produktionsgegenständen, Versuchskaninchen und Jagdtrophäen degradiert und sollen unserer Unterhaltung dienen. Sie sollen da verschwinden, wo wir sie nicht gebrauchen können, zB wenn ein neues Einkaufscenter erbaut werden soll, wo vorher noch ein Park war.

Tierleid wo man hinschaut…

Im Zirkus, in Zoos und Vergnügungsparks, auf Pelztierfarmen, im Tierversuchslabor, in der Stierkampfarena, bei Treib- und Hetzjagden und tatsächlich sogar am Angelhaken, auch wenn das kein Angler glauben will. Und der größte Teil von ihnen leidet tagtäglich für die Produktion von tierischen Lebensmitteln.

Allein in Deutschland sterben dafür jährlich 750 Millionen Tiere. Im Schnitt also pro Kopf neun Tierleben. Na und? Denkst du vielleicht, das war doch schon immer so. Der Mensch hat immer Fleisch gegessen. Der Mensch braucht Fleisch. Und überhaupt, es sind doch nur Tiere, die außerdem extra dafür gezüchtet werden… Wo ist das Problem?

Wirklich? Werden diese Tiere denn auch extra ohne Bedürfnisse und Schmerzempfinden gezüchtet?

In welcher Situation würdest du dich wohler fühlen?

Massentierhaltung

Du musst sicher nicht lange überlegen…

Die meisten Menschen finden nichts dabei, mit Tieren so umzugehen. Viele wissen genau, was bei der Haltung und Schlachtung passiert und haben dennoch kein Mitgefühl. Es war halt schon immer so… Einige wissen es gar nicht so richtig, wollen sich aber auch nicht damit befassen, denn sie spüren, wenn sie genau hinsehen würden, könnten sie kein Fleisch mehr essen, das Gewissen würde drücken.

Ich habe auch Fleisch gegessen – mich dann irgendwann einmal damit befasst, Bilder gesehen, Berichte gelesen, Videos geschaut, aufgehört Fleisch zu essen. Aufgehört, mich damit zu befassen, und aus Bequemlichkeit wieder angefangen. Vor einem Jahr mal wieder einen Artikel gelesen oder ein Video über gesunde Ernährung geschaut, wieder Bilder gesehen, Videos gesehen… Wieder aufgehört Fleisch zu essen und dabei geblieben. Außerdem verzichte ich seit dem so oft wie möglich, auf Milchprodukte und Eier – denn auch die Tiere dort leiden nicht weniger, als die anderen.

Aber Fleisch ist doch gesund und wir brauchen das!

Darüber kann man sicher streiten. Für mich ist klar, wenn ich die Tiere sehe, von denen dieses Fleisch kommt, wie sie gelebt haben, welchem Stress sie ausgesetzt waren, bei der Haltung, beim Transport, während dem Gang zur Schlachtbank – kann da noch ein gesundes Produkt heraus kommen? Wirklich? Wenn alles Energie ist, ist dann nicht auch dieses Fleisch voll mit negativer Energie? Dass Fleisch voll von Stresshormonen ist, ist nicht mal mehr ein Geheimnis. Und das schaufelt man dann so in sich hinein…

Was war Fleisch nochmal vorher?

Woran keiner mehr denkt, wenn er das fertig abgepackte Fleisch aus dem Kühlregal in den Einkaufswagen legt, ist: Wer war das eigentlich vorher? Darf ich vorstellen:

Am wenigsten verstehen kann ich, dass Tierbabys geschlachtet werden. Kälber, Osterlämmer, Spanferkel – das sind Kinder! Tierbabys. Warum muss man das essen? Warum müssen wir überhaupt noch so etwas essen? Der einzige sinnvolle Grund, ein Tier zu töten, wäre um des eigenen Überleben willens. Aber sterben wir alle, wenn wir kein Schweineschnitzel mehr essen können? Wohl kaum, nicht hier in Deutschland. Die Supermärkte sind reichlich gefüllt an Alternativen. Und ich meine jetzt nicht Sojaschnitzel. Es gibt heute einfach keinen nachvollziehbaren Grund für diesen Irrsinn, der da geschieht mit den Tieren. Und es ist nichts anderes als Irrsinn.

750 Millionen Persönlichkeiten

Wenn ich diese Tiere sehe, stell ich mir sofort vor, wie es sich anfühlen muss, so zu leben, so behandelt zu werden. Und ich weiß, das ist kein Leben, das will keiner, und sie alle wurden einfach nicht gefragt. Ich habe mal diesen Artikel gelesen, nur ein einziges mal, aber mir ist das nie wieder aus dem Kopf gegangen. “Gesichter der Angst” von einer Tierärztin, welche die verschiedenen Verhaltensweisen und Reaktionen der Tiere vor der Schlachtung beobachtet hat. Es sind die verschiedensten Gesichter, so wie es auch bei den Menschen wäre. Der eine hat aufgegeben, ist nur noch lethargisch und fügt sich seinem Schicksal, ein anderer versucht alles, bis zum Schluss, um zu entkommen.

Ein anderer Bericht, der mich sehr berührt und traurig gemacht hat, ist dieser von einer jungen Tierarztanwärterin, die ein Praktikum im Schlachthof machen musste: Praktikum im Schlachthof

Jedes dieser Geschöpfe hat seinen eigenen Charakter. Wer verschiedene Haustiere hat, weiß das jeder Hund, jede Katze, jedes Kaninchen individuell ist. Jedes reagiert anders, jedes hat seine Eigenarten. Und so ist das nicht nur mit unseren geliebten Haustieren. Auch die, die von uns zu “Nutztieren” erklärt wurden, sind eigene Persönlichkeiten mit ihren eigenen Bedürfnissen. Sie alle wollen in Freiheit leben und Schmerz vermeiden und vor allem nicht sterben, bevor es Zeit ist.

Schweine gelten als Schmutzfinken, sind aber intelligenter als Hunde und sehr geruchs- und geräuschempfindlich. Auch sie finden es nicht gerade toll im eigenen Dreck zu stehen. Es ist daher sehr furchtbar für sie zu hunderten oder tausenden eingepfercht in engen Boxen zu sein.

Auch Kühe sind besonders. Es gab mal eine Kuh, der immer das Kalb weg genommen wurde, wie in der Milchindustrie eben so üblich. Einmal hat sie zwei Kälber geboren und eins hat sie oben auf der Weide versteckt, damit ihr wenigstens das eine blieb. Leider kam das raus und sie verlor auch dieses Kalb an die Kälbermast.

Und wer sagt nun, dass das richtig ist?

Wer gibt dem Menschen eigentlich das Recht, mit Tieren (manchmal auch mit seinesgleichen, wenn man an Sklaven und Menschenhandel denkt) so umzugehen? Er gibt es sich einfach selbst! Er schreibt seine eigenen Gesetze und wenn sie nicht mehr recht passen oder doch noch was fehlt, wird es eben ergänzt. Das Gesetz legt fest, dass Tiere als “Sachen” zu behandeln sind – tja, und dann ist das so. Ist einfach Gesetz. Und darum sind es wohl eben doch “nur Tiere”.

Aber ich allein kann doch eh nichts ändern…

Ja gut, dann mach es halt weiter wie alle anderen. Ein einzelner kann natürlich nie etwas ändern. Aber aus einem können zwei werden, und aus zwei können zehn werden und dann werden es hundert und tausend und schon fängt die ganze Wirtschaft an, darauf zu reagieren. Jedenfalls geht es in erster Linie nicht darum, ob der Einzelne mit seinem Verhalten die ganze Welt beeinflusst. Es geht darum, dass der Einzelne in Einklang mit seinen eigenen Werten lebt und diese vertritt und dahinter steht.

Wenn du die Bilder nicht ansehen kannst von einer Schlachtung oder den Zuständen in den überfüllten Ställen – dann stünde es eigentlich in Konflikt mit deinem Herzen, das Produkt daraus dennoch zu konsumieren. Wenn ich schon ein Problem damit habe, mir diese Bilder von meinem gemütlichen Sofa aus anzuschauen, wie muss es dann erst für die Tiere sein, die das real erleben? Und will ich dann zu den Konsumenten gehören, wegen denen das ja erst geschieht? Wenn die Nachfrage zurück geht, geht über kurz oder lang (hoffentlich) auch die Fleischproduktion zurück.

Darum lieber öfter ohne

Falls du noch nicht auf Fleisch und andere Tierprodukte verzichten kannst oder willst, probier es doch einfach immer öfter aus. Sei offen gegenüber den Alternativen oder guck dir das bunte Gemüse im Supermarkt nochmal genauer an. Ich habe schon gesehen, wie manch einer tatsächlich nur das Fleisch isst und die Gemüsebeilage achtlos oder gar angewidert zur Seite schiebt. Warum? Eigentlich müsste man doch das Fleisch angewidert weg schieben…

Ich habe in einem kleinen ebook meine Lieblingsrezepte zusammen gestellt. Es sind wirklich ganz einfache, simple Rezepte, die recht schnell zu machen sind und mit wenig Zutaten auskommen. Also falls du Lust hast, mal ein paar einfache vegane Rezepte in deinen Alltag zu integrieren oder einfach auszutesten, schau dir mein Büchlein mal an.

Jedes Tier wünscht sich ein schönes Leben ohne Schmerz und Leid – genauso wie wir

Tierpersönlichkeiten

Also lassen wir die Viecher doch einfach in Ruhe…

2 Comments

  1. Liebe Christin,
    ich habe deinen Blog über deinen Kommentar auf meinem entdeckt und der wunderschöne Name “Seelenzauber” hat mich neugierig gemacht. Das mit den Tieren berührt mich auch sehr. Ich war lange Zeit Vegetarierin und habe auch eine Zeit vegan gelebt. Mittlerweile esse ich ab und an Fleisch. Die Milchindustrie finde ich besonders schlimm, wenn ein Lebewesen sein Kind nicht behalten darf. Milch trinke ich keine, aber ab und an Sahne. Einen richtigen Weg habe ich für mich noch nicht gefunden, denn mit nur vegan geht es mir körperlich nicht gut. Aber ich konsumiere bewusst und bei uns gibt es wenn Fleisch, meistens Wild. Ich versuche einfach, mein Bestes zu geben. Hast du das Buch “Anastasia” gelesen? Es ist eins meiner Lieblingsbücher.
    Alles Liebe und von Herzen Danke für deine Zeilen, die zum Nachdenken anregen.
    Susanne

    1. Liebe Susanne, ja da muss jeder seinen Weg finden, 100 % vegan schaffe ich auch noch nicht, auf Fleisch zu verzichten fällt mir dagegen nicht schwer. Das Buch schau ich mir mal an, danke für den Tipp. 🙂

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