Aus meinem Leben

Ein Scherbenhaufen zum drüber laufen

Ich wollte dieses Jahr unbedingt noch eine neue Erfahrung sammeln. Und nachdem ich ja bereits an einem Fallschirm aus dem Flugzeug gesprungen bin, habe ich mich noch zu einem Scherbenlaufseminar angemeldet. Ja richtig, da läuft man wirklich barfuss über echte Glasscherben. Warum man sowas machen sollte? Naja, zum einen traut sich das nicht jeder, also hat es wieder was mit Mut zu tun und es ist einfach eine bereichernde Erfahrung, die möglicherweise sogar etwas im Leben verändern kann. Denn der Gedanke, der tief in uns sitzt ist “das kann doch nicht funktionieren – man muss sich dabei verletzen!” Und wenn man dann die Erfahrung macht, dass dem gar nicht so ist, und man etwas getan hat, das eigentlich “unmöglich” ist, dann wird eine starke Energie frei gesetzt. Und wenn man über Scherben laufen kann, ohne sich zu verletzen, dann kann man auch alles andere schaffen…

Ich habe das Seminar bei Alex Bannes in Hamburg gemacht. Alex ist ein “Herz-Coach” und hilft Menschen dabei, in ihre Kraft zu kommen und ihr Potenzial zu entfalten. Er bietet dafür unter anderem auch LachYoga Treffen und Ausbildungen an, falls da jemand aus der Nähe Interesse haben sollte.

Das Scherbenlauf-Seminar fand an einem Sonntag im November statt und wir waren eine kleine Gruppe von drei Teilnehmern. Außerdem war noch die liebe Frau von Alex dabei, wie bei fast jedem seiner Workshops. Zu Beginn durften alle Teilnehmer erstmal eine Weinflasche mit einem Hammer bearbeiten, damit wirklich der Bezug da ist, dass es echte Scherben sind, denn “unsere” Scherben kamen auf den großen Haufen auch noch mit drauf.

Also mir war ja beim Anblick dieser vielen Glasscherben schon mulmig. “Da soll ich nachher rüber gehen? Hm, ich weiß ja nicht… Ich glaube nicht…Nee, ich mach das bestimmt nicht”

Aber der Lauf fand ja erst nach der Mittagspause statt und bis dahin wurden wir alle darauf vorbereitet und mental gestärkt. Erstmal locker werden mit einer Runde tanzen (das gehört bei Alex immer mit dazu). Ich tu mich damit meist schwer, zum einen einfach so drauf los zu tanzen und dann teilweise zu Musik, mit der ich nicht recht was anfangen kann.

So, weiter gehts im Programm. Wir haben dann erstmal alle inneren Zweifel und Blockaden zusammen getragen. Was denkt es in uns? Was kann alles schief gehen? Wie ist meine innere Kommunikation? Heute und auch generell in schwierigen Situationen und bei Herausforderungen. Geh ich mutig voran oder brems ich mich aus? Was geht in mir vor, wenn ich die Scherben anschaue?

Danach haben wir die negativen Denkmuster in positive verwandelt und aufgeschrieben, was wir uns wünschen, wie unsere innere Kommunikation eigentlich ablaufen soll. Bei mir war das zum Beispiel, dass ich, anstatt immer zu denken “ich kann das nicht” – direkt die innere Sicherheit habe, dass ich es hinbekomme und einfach weiß, dass das schon klappen wird, weil es bisher ja in den allermeisten Fällen auch einfach so gewesen ist, dass ich es hinbekommen habe. Und trotzdem denk ich bei neuen Aufgaben und Herausforderungen immer “ich schaff es nicht”.

Wir haben dann auch noch alles zusammen getragen, was wir uns wünschen, wie das Gefühl beim Scherbenlauf sein soll. Zum Beispiel leicht, befreiend, stärkend, wie auf Wolken…

Außerdem haben wir noch eine Vertrauensübung gemacht. Zwei Leute standen vor einem, und zwei hinter einem und man musste sich mit geschlossenen Augen nach vorn und hinten fallen lassen und wurde von den Händen der anderen sanft wieder in die Gegenrichtung geschoben. Ich hatte total ein Problem, mich nach vorne fallen zu lassen. Da habe ich einfach überhaupt nicht locker gelassen und bin einfach nur soweit, dass ich selber kontrollieren konnte und keinen Zentimeter weiter. Nach hinten ging aber gut, was ich selber nicht gedacht hätte.

Als letztes hat dann jeder für sich ein Ziel formuliert, für das er den Gang über die Scherben machen will. Zum Beispiel einen neuen Partner finden, mehr Erfolg im Buisiness, mehr Selbstvertrauen, mehr Selbstliebe.

Und dann kam der Moment auf den wir hingearbeitet haben. Der Gang über den Scherbenhaufen. Das Wichtigste ist, dass man sich bereit fühlt. Man sollte tasächlich lieber nicht gehen, wenn man innerlich nicht bereit ist. Bevor man drüber läuft, stellt man sich hin und sagt folgendes: “Ich, Christin, gehe jetzt in eigener Verantwortung über diese Scherben. Ich gehe für mehr Selbstsicherheit und innere Stärke.”

Ich bin nicht als erstes gegangen, hab mir das erstmal bei den anderen angeguckt, bevor ich dann auch los bin. Und tatsächlich tut es überhaupt nicht weh. Es ist zwar auch nicht wie auf Wolken, aber so, als würde man vielleicht über Steine laufen oder so. Es knackt und knirscht unter einem und man wundert sich wirklich, warum das so ein fast schon angenehmes Gefühl ist.

Alle haben es gemacht und alle haben es gut überstanden. Im Anschluss haben wir uns ausgetauscht und sollten uns überlegen, was wir mit dieser kraftvollen Energie nun in Zuunft anfangen wollen. Ich wusste es allerdings noch nicht so wirklich. Und das ist ok, manchmal kommt das einfach erst später.

Am Ende haben wir nochmal getanzt und eine LachYoga Übung gemacht und dann ging es für mich wieder zurück nach Hause.

Und ich habe schon das Gefühl gehabt, dass ich danach in Situationen, wo ich sonst nervös oder gestresst war, ruhiger geblieben bin und innerlich gelassener war. Vielleicht ist es Zufall, aber vielleicht ist es auch die Scherbenenergie.

Hier noch ein Beweisfoto