Monis Reittherapie
Lebensgeschichten

Das Leben ist kein Ponyhof – aber man kann auf einem arbeiten

Der Mädchentraum schlechthin: ein eigenes Pferd auf der Koppel und vielleicht sogar beruflich etwas mit Pferden zu machen. Ein eigener Ponyhof, das wäre es doch. Davon träumte auch Simona Katja Zelck schon in Kindertagen. Heute ist es nicht mehr nur ein Traum. Nachdem sie als Kinderpflegerin keine Erfüllung fand, machte Moni eine Zusatzausbildung zur Reittherapeutin und Reitpädagogin und begleitet nun mit ihren zauberhaften Vierbeinern große und kleine Menschen auf ihrem Weg.

Ich habe Moni ein paar Fragen über das Leben gestellt und wie sie es geschafft hat, sich ihren Traum zu erfüllen.

  • Moni, erzähl uns einmal deine Geschichte. Was hat dazu geführt, dass du jetzt da bist, wo du bist?

“Gern, also ich heiße Simona Katja Zelck, bin verheiratet und habe 2 Töchter (13 und 15 Jahre alt) und arbeite seit Juni 2011 als zertifizierte Reittherapeutin.

Pferde begleiten mich bereits mein ganzes Leben. Ich liebe diese wunderschönen Tiere. Schon als Kind träumte ich von einem eigenen kleinen Reiterhof.

Für mich gab es keinen anderen Berufswunsch. Doch leider bekam ich keinen Ausbildungsplatz zur Pferdewirtin, deshalb machte ich zunächst eine Ausbildung zur Kinderpflegerin. Nach der Ausbildung kam der eigene Kinderwunsch und aus Platzmangel in den KITA´s, machte ich mich 2004 als Tagesmutti selbstständig. Da die Kleinen den Namen Simona einfach nicht aussprechen konnten, entstand damals mein Spitzname Moni.

In dieser Zeit kam ich auch erstmalig mit der Reittherapie in Berührung.

Damals hatte ich mein Pony „Susi“ auf einem Reiterhof in Pension stehen. Dort erkundigten sich die Eltern eines 8-jährigen Jungen nach therapeutischem Reiten. In der Schweriner Umgebung wurde so etwas noch nicht angeboten und so fragte die Stallbesitzerin mich, ob ich mir vorstellen könnte, mit meiner Susi Ponystunden für Kinder mit besonderen Bedürfnissen anzubieten. Ich nahm das Angebot gern an und traf mich mit der Familie zu einer Schnupperstunde.

Monis Reittherapie
Moni und ihre tierischen Begleiter

Auf einmal war der Kindheitstraum vom eigenen Reiterhof wieder da. Ich sah eine Marktlücke, wenig Konkurrenz und vor allem die Erfüllung meines eigentlichen Berufswunsches. Einmal wöchentlich kam der Junge nun zu mir. Es machte mir großen Spaß die Stunden kreativ und abwechslungsreich zu gestalten und die positiven Fortschritte des Jungen beeindruckten mich sehr. Durch Spaziergänger und Bekanntschaften sprachen sich meine kleinen Ponystunden schnell herum. Wie von selbst kamen dadurch weitere Eltern auf mich zu und so wurde mein Hobby zur nebenberuflichen Tätigkeit.

Nun wollte ich mehr. Ich begann mich im Internet zu informieren, denn in meiner Umgebung kannte sich niemand mit Reittherapie aus. In der Nähe von Hamburg fand ich 2009 glücklicherweise einen Ausbildungsplatz zur Reittherapeutin und Reitpädagogin.

Im August 2013 war ich dann endlich soweit, mit meiner Leidenschaft hauptberuflich durchzustarten. Ich gab die Tätigkeit als Tagesmutti nach neun Jahren auf.

Nun fehlte nur noch der eigene Hof. Aber auch das konnte ich wie durch ein Wunder im Januar 2015 realisieren. Ich zog mit zwei Pferden auf dem „Hummelhof“ in Holthusen bei Schwerin ein. Inzwischen habe ich 6 eigene Therapieferde und 3 Pensionspferde in Offenstallhaltung.

Es macht mir und meinen Pferden sehr viel Freude, die Herzen meiner großen und kleinen Reiter glücklich zu machen und gleichzeitig gesundheitlich positiv zu fördern. Immer wieder kamen und kommen mir Freudentränen. Es ist so schön, die Entwicklung meiner Klienten über die Zeit zu beobachten – wie sie bei mir begonnen haben und wie sie sich positiv weiter entwickeln konnten.”

  •  Es war bestimmt nicht immer leicht, oder? Welche Stolpersteine lagen dir im Weg und wie bist du unterwegs mit Zweifeln umgegegangen?

“Allerdings, es war ein langer, steiniger Weg, mit vielen Höhen, Tiefen und Grenzen. Vor allem am Anfang, da mir niemand Informationen über Reittherapeuten geben konnte. Aber: Ich habe nicht aufgegeben! Immer wieder habe ich mir gesagt: Mit jedem Stein, den du beiseite räumst, kannst du etwas bauen UND bist wieder ein Stück näher an deinem Ziel. Ich musste erst einmal bekannt werden, mir einen Namen machen und das dauerte immerhin so ca. 10 Jahre. Inzwischen läuft meine „Werbung“ über Mundpropaganda.

Ich habe viele Tränen vergossen, weil es mir manchmal einfach zu langsam ging. Es gab auch Zeiten, in denen ich meinen Traum tatsächlich an den „Nagel gehängt“ hatte. Wie gern hätte ich alles behindertengerecht umbauen lassen, aber da meine Pferde damals in einem Pensionsstall standen und es eben nicht mein eigener war, konnte ich diese Extrawünsche nicht verlangen. Also gab ich im Herbst 2014 noch einmal alles. Ich informierte alle Freunde, Bekannten und Klienten darüber, dass ich etwas eigenes suche, meinen eigenen kleinen Hof. Ich schrieb eine Kleinanzeige und ging zum Katasteramt in Stralendorf. Im Amt bekam ich dann die beste Information, die meinen Traum wahr werden ließ. Die Dame sagte mir, dass ich doch bei den umliegenden Agrarhöfen mal nachfragen könne. Gesagt – getan und so bin ich zu meinem “Hummelhof” in Holthusen gekommen.”

  • Was ist das Wichtigste, dass du durch all das gelernt hast?

“Nicht aufgeben! Der Sache ihre Zeit geben und notfalls nach einem anderen Weg schauen.”

  • Wofür bist du in deinem Leben am meisten dankbar?

“Meinem Opa. Dank ihm bin ich mit Pferden aufgewachsen. Auch bin ich meiner Familie sehr dankbar, dass sie zu mir hält und mich unterstützt. Vor allem aber meinem Mann, denn ohne ihn hätte ich meinen Kindheitstraum nicht verwirklichen können. Er ist glücklicherweise sehr handwerklich begabt, so dass wir mit vielen gebrauchten Materialien wieder tolle Sanierungs- und Umbaumaßnahmen durchführen können.”

  • Was bedeutet es für dich, ein erfülltes Leben zu führen?

“Was es für mich bedeutet, ein erfülltes Leben zu führen? Da muss ich echt überlegen….

Dankbar dafür zu sein, dass meine Kinder gesund sind, dass WIR gesund sind und dass es uns gut geht. Dass ich glücklich bin mit meinem Job, dass ich gerne morgens aufstehe und ich weiß, wofür. Auch wenn es anstrengende Tage gibt. Stolz darauf zu sein, was wir bereits (trotz aller Höhen und Tiefen) geschafft haben. Nämlich eine eigene Familie zu gründen, ein Haus zu bauen und meinen Traumjob gefunden zu haben, der mir gleichzeitig meinen Kindheitstraum erfüllt hat. Wir haben weitere Wünsche, Träume und Vorstellungen für unsere Zukunft. Ich finde, dass es dazu gehört, dass es immer wieder neue Ziele im Leben geben sollte. Wer weiß wo uns das Leben noch hinträgt…”

Monis Reittherapie
Das Glück dieser Erde…
  • Gibt es ein Buch, dass dich sehr inspiriert hat?

“Ein Buch von Monty Roberts (der Pferdeflüsterer aus Amerika), in dem er seine Lebensgeschichte erzählt. Auch er hatte einen Traum und er hat es geschafft. Seine Methode wende ich ebenfalls beim meinen Pferden an. Ich habe all seine Bücher und ihn auch einmal live erleben dürfen.”

  • Was tust du am liebsten, um zu entspannen und wieder in deine Kraft zu kommen?

“Da bin ich ehrlich gesagt noch auf der Suche, das passende für mich zu finden. Zum einen sind es Spaziergänge mit unseren Hunden in der Natur oder auch ein Ausritt. Meine Mittagspause draußen auf der Terasse zu genießen und dabei die Pferde zu beobachten. Ich gehe gerne am Strand spazieren und schaue auf die Wellen. Wasser beobachten entspannt mich total, ich liebe kleine klare Bächlein. Zurzeit habe ich Joga für mich entdeckt, vor allem die Entspannungsübung zum Schluss genieße ich unwahrscheinlich.”

  • Hast du schon einmal etwas außergewöhnliches erlebt? Ein kleines oder großes Wunder, dass sich nicht so richtig erklären lässt?

“Es gab schon einige außergewöhnliche Ereignisse in meinem Leben (positiv als auch negativ), die sich nicht erklären lassen. Ich gehöre zu denen, die daran glauben, dass es mehr gibt, als das, was wir nur sehen und anfassen können.”

  • Wenn du etwas in der Welt verändern könntest, was wäre das?

“Die Welt verändern? Da gibt es so viel…

In der Welt sollte Frieden herrschen, allen Kindern sollte es gut gehen, und der Tier- und Umweltschutz sollte einen höheren Stellenwert bekommen.”

  • Super, vielen Dank für das teilen deiner Geschichte!

Vielleicht möchtest du dich nun auch näher mit Reittherapie beschäftigen? Einen kleinen Einblick, was Reittherapie genau ist, kannst du in diesem PDF bekommen.

Falls du in Schwerin und Umgebung wohnst und Lust hast, einmal bei Moni vorbeizuschauen, kannst du per Email mit ihr Kontakt aufnehmen: monis.reittherapie@googlemail.com