Aus meinem Leben

Mein Jahr 2017 – mutig, reiselustig und ohne Job

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie schnell die Zeit am Ende vergeht. Schon fällt das letzte Kalenderblatt und wir beginnen ein neues Jahr. Es war doch gefühlt erst gestern, als ich es mir mit meinen Tarotkarten gemütlich gemacht und die Karten für das Jahr 2017 gezogen habe. Und schon ziehe ich welche für 2018. Ich mache das immer, um einfach mal zu gucken, was mich in etwa erwartet und 2018 scheint ein ziemlich interessantes Jahr zu werden.

Oft passieren ja in einem Jahr Dinge, die man sich am Jahresanfang niemals hätte vorstellen können. Jedes Jahr hält so viele Entwicklungen, Wendungen und Überraschungen bereit. So auch mein 2017:

Das letzte Jahr begann für mich mit einem neuen Job. Leider war ich dort nicht wirklich zufrieden und mir machte die Arbeit überhaupt keinen Spaß. Eigentlich wollte ich wenigstens ein Jahr, wenn nicht sogar besser zwei Jahre dort bleiben, einfach, damit es im Lebenslauf besser aussieht. Denn ich habe es in den meisten Firmen nie lange ausgehalten. Vielleicht hätte ich den Job heute ja noch, wenn ich nicht eine Reise gemacht hätte, die ein paar Dinge ins Rollen gebracht hat…

Im Mai flog ich ein Woche mit Sportspass nach Andalusien (diese Reisen sind wirklich sehr zu empfehlen). Maren, eine der Trainerinnen, erzählte mir von Laura Seiler, ein Coach in Sachen Persönlichkeitsentwicklung. Ich hatte mich damit länger nicht mehr beschäftigt, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es JETZT gut wäre, damit wieder anzufangen. Also habe ich mir diese Laura mal im Internet angeschaut und fand sie sehr sympathisch. Nach dem Motto “was soll´s” habe ich bei ihr auch ein, nicht ganz billiges, Onlinecoaching gebucht.

Auch, wenn ich das Coaching Programm nicht richtig abgeschlossen habe und mir der ganze Persönlichkeitsentwicklungskram bald wieder zu viel war, hat es sich dennoch gelohnt. Bei Facebook gab es nämlich eine Gruppe, wo man sich mit anderen Teilnehmern connecten konnte. Und dadurch lernte ich Annemarie kennen (unbedingt mal ihren Blog besuchen :)). Sie erzählte, dass sie ihren Job gekündigt hat, ohne etwas Neues zu haben. Und ich weiß noch genau, wie ich dachte “Das ist ja verrückt, das würde ich mich nie trauen.”

Nur zwei Wochen später habe ich meinem Chef die Kündigung auf den Tisch gepackt. In den zwei Wochen hatte ich viel nachgedacht. Denn, was bringt es, sich täglich zur Arbeit zu schleppen, permanent auf die Uhr zu schauen, bis endlich Feierabend ist und keinen Sinn in seiner Tätigkeit zu sehen? Nur des Geldes wegen? Gibt es da wirklich keine anderen Möglichkeiten? Natürlich kann man sich erstmal was neues suchen, wenn man unzufrieden ist. Aber ist es da dann besser? Oder geht man nur vom Regen in die Traufe? Ich wollte etwas anderes machen, aber was? Das habe ich mich schon lange immer wieder gefragt. Und ich dachte, vielleicht, wenn ich eine bewusste Entscheidung treffe, gegen das Leben, was ich gerade führe, dann findet sich schon ein neuer Weg. Ohne, dass ich am Anfang des Weges bereits weiß, wie und wo.

Es ist kein leichter Weg. Das kann ich schon mal sagen. Zweifel, Fehlschläge, Frust und Orientierungslosigkeit waren immer wieder meine Begleiter. War das die richtige Entscheidung? Was, wenn alles schief geht? Was soll ich jetzt nur machen? Das Ding ist ja, dass man heutzutage im Prinzip ALLES machen kann. Und das bringt auch eine gewisse Überforderung mit sich. Man könnte singen, tanzen, zeichnen, handwerkeln oder was auch immer lernen, wenn man das möchte. Man kann Fernstudienlehrgänge für Psychologie oder Ernährungsberatung machen. Eine Ausbildung zum Yogalehrer, Entspannungstherapeut oder Ayurvederexperten? Alles ist möglich. Aber was will ich? Ich wusste es nicht.

Begonnen habe ich erstmal damit, diesen Blog zu starten. Ich hatte viele Ideen und mir machte es Spaß so eine Website zu basteln und zu gestalten. Bloggerin wollte ich werden 😉 Ich habe viel Zeit in den Blog gesteckt und auch in mein Business mit dem Kartenlegen. Das hat auch erst was gebracht, ich bekam mehr Anfragen als sonst und hatte schon Hoffnungen, dass ich damit vielleicht doch etwas mehr Geld verdienen könnte. Aber nach ein paar Wochen legte sich das wieder. Irgendwie will das einfach nicht laufen. Und auch das mit dem Blog ist ja nicht so einfach. Mit fehlt da einfach Geduld und Durchhaltevermögen. Außerdem habe ich gemerkt, dass ich keine Lust auf den (leider nötigen) Marketing Kram habe und mir auch nicht jede Woche was einfällt, worüber ich schreiben will.

Und wie will ich arbeiten? Ich dachte zuerst, online von zu hause aus. Zeitlich und örtlich flexibel. Ein digitaler Nomade halt. Das ist ja der aktuelle Trend-Lifestyle. Ich fand die Vorstellung anfangs sehr verlockend. Doch mittlerweile weiß ich, dass ich unter Menschen besser aufgehoben bin, als wenn ich nur vorm PC sitze. Und genau dafür war meine Auszeit gut. Ich habe mich mit verschiedenen Dingen beschäftigt, mir Gedanken gemacht. Ich war Fallschirmspringen und bin über Glasscherben gelaufen.

So einen richtigen Sommer hatten wir ja leider nicht, dennoch habe ich meine freie Zeit oft genutzt für morgendliche Spaziergänge. Es ist so toll, nicht ins Auto steigen zu müssen, um ins Büro zu fahren, sondern durch die Wiesen zu laufen und mit den Füßen im Wasser zu plantschen. Auch mein Fahrrad hat in diesem Sommer beinah täglich den Keller verlassen. Liebes Fahhrad, ich vermisse unsere Ausflüge entlang der Felder 😉 hoffentlich ist bald wieder warm.

Und ich habe noch eine Sportspassreise gemacht. Diesmal gings im Oktober nach Mallorca. Zwei Reisen in einem Jahr, wow, das gab es bei mir auch noch nicht 🙂 Ich hatte eigentlich nicht mal wirklich Lust, dorthin zu fliegen. Irgendwie dachte ich, ich müsste was spannenderes machen, jetzt, wo ich schon nicht an einen Job und Urlaubszeiten gebunden bin, zB allein nach Bali oder Schildkröten pflegen auf Sansibar. Das wäre sicherlich auch eine wertvolle Erfahrung gewesen, und vielleicht mach ich das auch noch irgendwann. Aber, auch wenn es “nur” eine Mallorcareise war, hat sie mich an einen echt coolen Job gebracht. Irgendwie dahin, wo ich hin wollte, ohne zu wissen, wo das sein soll.

Ich hatte viele Vorstellungsgespräche, und keiner dieser Jobs hat mich wirklich interessiert. Hier und da habe ich einen Probetag gemacht, aber ich habe mich nirgends wohl gefühlt. Doch so langsam bekam ich eine Idee davon, was ich mir vorstelle. Ich wollte nicht allein zu Hause am PC sitzen. Lieber irgendwo umgeben von einem netten Team, wo ein lockerer Umgang herrscht und man mit dem Chef gut zurecht kommt. Flexible Arbeitszeiten, vielleicht 20 Stunden Büroarbeit und dann noch irgendwas anderes dazu, was etwas Abwechslung bietet. Kurze Fahrtwege, am besten Stadtrandgebiet, damit man sich den morgendlichen Berufsverkehr sparen kann. Und eine Firma mit der ich mich identifizieren kann, kein gieriger Großkonzern. Aber wo sollte ich das hier finden? Gab es so eine Firma überhaupt? Und hatten die einen Job für mich?

Was war nun auf der Reise geschehen, dass mich an einen Job geführt hat? Eigentlich ganz simpel. Wir hatten dort Zumba Kurse gemacht. Zumba unter blauem Himmel mit Blick aufs Meer bei schönstem Wetter – herrlich. Und mir hat das so viel Spaß gemacht, dass ich mich zu Hause direkt nach Zumba Kursen in Schwerin umgesehen habe. Ich hatte das zwar im letzten Jahr schon mal probiert, aber naja, da bin ich drei mal hingegangen und dann hatte ich keine Lust mehr 😉 Während ich dann also auf der Homepage eines Sportstudios am schmökern bin, gab es dort einen Button mit der Aufschrift “JOBS”. Hm, mal drauf klicken, vielleicht gibt es da ja was passendes für mich…

Und tatsächlich war man dort auf der Suche nach Servicekräften. Und irgendwie konnte ich mich die ganze Zeit schon in Gedanken irgendwo hinter einem Tresen sehen, weshalb ich mich direkt beworben habe. Am nächsten Tag durfte ich mich vorstellen und vom ersten Augenblick, wo ich in diesem Studio war, habe ich mich total wohl gefühlt und wusste, das ist es, hier will ich gern arbeiten. Ich habe Probe gearbeitet und durfte bleiben. Und mir macht es wirklich Spaß. Auch wenn es nur ein Aushilfsjob ist und keine Perspektive von der ich leben kann, bin ich total froh, dass ich diesen Job gefunden habe.

Wenn alles klappt bietet sich für mich in dieser Firma im nächsten Jahr auch noch eine solidere Perspektive, in Form von einer Teilzeitstelle im Büro, also das, was ich mir ja auch vorgestellt habe. Überhaupt entspricht diese Firma tatsächlich allem, was ich mir gewünscht habe (außer das mit dem Verdienst hat nicht geklappt, da hatte ich mir mehr gewünscht ;))

Vielleicht denken jetzt einige “Traumjob Servicekraft oder was? Echt jetzt?” Sicherlich nichts womit man angeben kann. Aber darum gehts ja auch nicht. Mein Ziel war, eine Tätigkeit, die mir Spaß macht, umgeben von netten Menschen in einem lieben Team, wo man auch Späße macht und alles nicht so ernst ist. Wohlfühlatmosphäre halt. Das ist für mich das allerwichtigste 🙂

Außerdem – arbeiten in einem Sportstudio – besser gehts doch nicht. Man ist direkt an der Quelle, wenn der neue gute Vorsatz lautet “Mehr Sport 2018”

In diesem Sinne wünsche ich allen einen wunderbaren Start in das neue Jahr und viele tolle Überraschungen

Eure Christin