Fallschirmsprung
Aus meinem Leben

Dem Himmel so nah – mein Fallschirmsprung

Was mich dazu bewegt hat, in 4.000 Meter Höhe aus einem Flugzeug zu springen? Keine Ahnung. Mein Exfreund ist bereits drei mal gesprungen und ich dachte mir einfach, ich sollte es auch mal tun. Ich wollte doch mehr Abenteuer in meinem Leben. Ich wollte mich selbst finden. Ob ich mich da oben im freien Fall selbst finden würde? Wer weiß. Ich dachte nicht mehr groß nach, sondern buchte einfach gleich in der folgenden Woche den nächsten freien Termin.

Ein aufregender Tag

Und heute war es schon soweit. Am frühen Nachmittag machte ich mich auf den Weg zum Flugplatz Neustadt-Glewe. Die Beschilderung zum Parkplatz führte auf eine große Wiese. Da ich die erste war, stand dort noch kein anderes Auto, welches mir einen Anhaltspunkt einer Parkreihe hätte geben können und so war ich schon gleich damit überfordert, mich zu entscheiden, wo auf dieser riesigen Fläche ich nun am besten mein Auto abstellen sollte. Am Rand da vorne, an der Seite, dahinten oder mittendrin? Ich entschied mich für mittendrin und stand später natürlich weit entfernt von allen anderen. Ich muss immer aus der Reihe tanzen 😉

So, und wo ist nun die Anmeldung?

Ich laufe einfach erstmal los, natürlich in die falsche Richtung. Nachdem ich 10 Minuten in einem Haus, dass die Aufschrift “Springer” trug mutterseelenallein gewartet hatte, konnte ich in Erfahrung bringen, dass das Tandemspringen “over there, where you can see this red-white thing in the air..” statt fand.

Also lief ich nochmal quer über den Platz zur Anmeldung. Das rotweiße Ding war übrigens ein Windsack. Dort hieß es, dass noch etwas Geduld nötig ist, da weder ein Pilot noch die Tandemtrainer schon da waren. Die anderen Springer hatten alle Begleitung mitgebracht und ich musste mir erstmal allein die Zeit vertreiben. Rauchen tu ich nicht und der Griff zum Handy bot keinen Trost – kein Internetempfang 🙁 also blieb nur, auf die Wiese zu starren und zu überlegen, was da oben gleich auf mich zukommen könnte.

Zum Glück musste ich nicht lange warten – denn ich bin nicht so gut im Warten, diese Ungewissheit, wann endlich was passiert. Vielleicht in ein paar Minuten? In einer Stunde? Oder erst in mehreren Stunden???

Looooos geht´s

Nun gings los. Rein in den Anzug. Rein ins Gurtzeug. Kurze Einweisung. Uuuund los…. Nee, doch nicht, erst noch mal warten, da kommt noch ein Springer spontan dazu.

So aber jetzt. Rein ins Flugzeug. Mein Tandempartner gurtet mich schon mal bei sich fest. Und dann steigen wir in die Höhe. Immer weiter. Immer höher. Bei 3.000 Meter werde ich nun doch auch langsam nervös. Bis auf 4.000 Meter steigen wir noch und dann geht alles ganz schnell. Wir rutschen zur offenen Flugzeugtür. Das Tandempaar vor uns ist schwupp die wupp raus aus dem Flugzeug. Ich ahne, dass es bei mir gleich genauso schnell gehen wird. Die Tür kommt viel zu schnell immer näher. Ich will eigentlich noch gar nicht da raus, habe jedoch keine Zeit das anzumerken, denn da falle ich bereits aus dem Flugzeug…

Waaaahhhhhooooohhh…

Der freie Fall nimmt mir einen Moment die Luft und mein Körper weiß noch nicht, was da gerade passiert. Ich muss kurz die Augen schließen, weil die Erde so schnell auf mich zurast. Aber dann öffne ich sie gleich wieder und kann alles anschauen. Es ist alles gut. Der Fallschirm öffnet sich, ein Ruck und dann ist alles ganz ruhig und friedlich. Wir segeln gemütlich auf die Erde herunter. Das Wetter ist schön, die Sonne scheint, man kann ganz weit sehen. Alles ist so klein. Die Autos sehen wie kleine Spielzeuge aus.

Hey, da kommt eine Wolke. Da falle ich gleich durch. Cooool, man merkt zwar nichts, aber trotzdem, coooool.

Ich sehe den Parkplatz. Alle Autos schön in einer Reihe vorn am Rand – und meines allein mitten auf der Wiese 😉 Es ist sooo klein. Wie ein Miniaturauto. Irgendwie niedlich.

Nach ein paar Minuten landen wir wieder auf der Erde. Alles gut gegangen. Jetzt habe ich wackelige Knie. Das war eigentlich viel zu kurz.

Nun gehöre ich auch zu denen, die es schon getan haben. Nahezu heldenhaft mutig bin ich gesprungen. Ja gut, nicht wirklich. Aber mutig bin ich ins Flugzeug eingestiegen. Na, ihr wisst was ich meine 🙂

Mein Fazit

Habe ich mich selbst gefunden? Habe ich weise Erkenntnisse gewonnen? Nein, leider nicht. Aber ich bin um eine wertvolle Erfahrung reicher. Ich bin geflogen und durch eine Wolke gefallen. Ich war mutig, habe mich etwas getraut und es war mal wieder gar nicht so schlimm. Vielleicht doch eine Erkenntnis. Es gibt in den seltensten Fällen einen Grund, Angst zu haben. Wenn man erstmal gesprungen ist, ist es gar nicht mehr schlimm, die Angst bleibt (im übertragenen Sinn) im Flugzeug zurück.

Es lohnt sich oft, einfach mal irgendwas zu tun. So hörte ich vor Ort davon, dass dort gerade eine Verstärkung für den Anmeldebereich gesucht wird. Ich blieb nach dem Sprung direkt noch eine ganze Weile da, um mir das mal anzuschauen und mit dem Chef zu reden. Ich werde allerdings nochmal am Wochenende hinfahren, um zu sehen, wie der normale Alltag dort aussieht, denn heute war es noch relativ ruhig. Wer weiß, vielleicht hat mir dieser Sprung ja dann noch einen netten Nebenjob gebracht.

Bist du auch schon mal gesprungen? Ob mit dem Fallschirm oder auf andere Weise, ich würde mich freuen, davon zu hören. Also schreibt´s mir in die Kommentare 🙂

1 Comment

  1. […] Tour im Kletterwald, ein Nähkurs, eine neue Ernährungsform oder ruhig etwas extremer mit einem Fallschirmsprung oder einem Gang über einen Scherbenhaufen? Dabei lernt man immer wieder etwas Neues kennen, auch […]

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